Webseite der bildenden Künstlerin Bernadette Schroeger
Geb. in Büenfeld, NRW Studium Grafik-Design in Düsseldorf, Abschluß als Dipl.
Grafik-Designerin, Schwerpunkt visuelle Kommunikation
1985 - 88 Theater u - Performancearbeit in Mönchengladbach
seit 1989 freiberuflich als Malerin
seit 1992 in Berlin
seit 2000 Atelierstipendium, bbK Berlin
Ausstellungen (Auswahl)
2005 Atelierausstellung, Projekt "tidelines"
2004 "tide lines", Malerei und Objekte, gallery sleeping dogs, Berlin
2003 "Vestigium", multimediales Kunstprojekt, orange.coffee, Berlin
2003 "cross roads", Ausstellung und Performance, Kunstbalkon, Kassel,
2003 "KorrespondenzenIV" MPK, Krefeld,
2003 "Leerstand kunstvoll", Galerie Pankow, Berlin,
2002 "kunstherbst", Art Veritti, Berlin
2002 "KorrespondenzenIII", Bundesministerium f. wirtschaftl. Zusammenarbeit u.
Entwicklung, Berlin
2002 "KorrespondenzenII", A-Gang, Krefeld
2002 "Korrespondenzen I", Franke v. Oppen, Berlin
2002 "Vestigium", Galerie F 92 Pfefferberg,Berlin,Einzelausstellung
2001 "Künstler gegen Gewalt", Galerie Marzahn, Berlin Schirmherrschaft Dr. Christine
Bergmann
2001 "200 Vernissagen", Fördergemeinschaft junge Kunst, Potsdam Schirmherrschaft
Bazon Brocks
2001 "the now", zum 9. November, Galerie pinkgreen, Berlin
2002 "protuberanzen", Schloss Erwitt, Erwitte NRW, Einzelausstellung
2000 "epitaph", Galerie art concept Berlin
1999 "künstler sehen berlin vor der milleniumswende", Galerie Storkower Bogen,
Berlin
1999 "epitaph", Kulturfabrik Krefeld
1999 aktion kunst gegen krieg,fortlaufende Dokumentation, Einzelausstellung, Heilig
- Kreuz Kirche,Berlin (Art. Tagesspiegel)
1999 "Nachhallräume", Kunstverein Pro Forma, Eslohe NRW, Einzelausstellung
1998 "vestigium", Galerie in der Bank, Brüggen, NRW,(Katalog) Einzelausstellung,
1997 "vestigium", Kunstverein Heide, Heide
1996 "protuberanzen", Fördergemeinschaft junge Kunst, Königswinter (Künstlerinnenporträt
i. d. Zeitschrift junge Kunst )
1995/96 "protuberanzen", Galerie im Kunsthaus Seelow (Filmbeitrag im ORB),
1995 "artrio",Galerie extrèmis, St. Etiènne, Frankreich,
1995 "protuberanzen", Galerie Acud, Berlin, Einzelausstellung
1992 "protuberanzen", Galerie Wittges, Krefeld, Einzelausstellung
1991 "rhythmus und klang",Präsentation der Arbeiten aus der Performance mit Harald
Großkopf, Kustverein Düsseldorf Mettmann, Einzelausstellung,
1991 "rhythmus und klang", Performance mit Malerei und Schlagzeug zus. mit Harald
Großkopf (Gruppe Wallenstein), Atelier, Krefeld,
1989/90 Abschluß des Studiums,
1988 Performance ,mit Malern und Musikern z. Thema des dionysischen und apollinischen
i.d.Kunst
Zur Ausstellung Vestigium bei orange.coffee 01.12.2003 bis 24.12.2003
Spuren und Spurensuche ziehen sich wie ein roter Faden durch Schrögers gesamtes
Werk. Nur folgerichtig heisst ihre Hauptausstellungsreihe VESTIGIUM.
Vestigium lebt, wächst und verändert sich. Schon lange sprengt Schröger die Grenzen
der Leinwand, Vestigium ist Aktuelles und Vegangenes in Objekten und Bildern.
Die Abstraktheit der Spuren zeigt die Zeitlosigkeit von Tod, Gewalt, Krieg und
Grausamkeit, aber auch von Liebe und Geburt.
Schrögers Parteilichkeit für das Leben und den Frieden erfährt gerade durch den
Minimalismus der Arbeiten eine unerhörte Präsenz. Rad und Schiene, lange Symbole
für den technischen Fortschritt und Wohlstand werden hier Symbole für die Deportationen
durch die Faschisten.
Bei orange-coffee sind einige Bilder vom Anfang der Ausstellungsreihe (1996) zu
sehen. Die Spuren des Krieges und der Verbrechen des dritten Reiches im Lebensumfeld
der Künstlerin (Mitte/Prenzlauer Berg) haben diese Arbeiten geprägt. Die jüngsten
Arbeiten der Ausstellungsreihe sind Klangsteelen und Geräuschcollagen. Sie verarbeiten
Eindrücke von Kriegshandlungen der jüngsten Vergangenheit. eine interaktive Filmcollage
am Bildschirm rundet diese Ausstellung ab.
Bei aller Schwere des Themas öffnet diese Ausstellung neue Sichtweisen, sie energetisiert
und hinterlässt den Rezipienten nicht in der inneren Starre, die sonst oft reflexartig
eine Beschäftigung mit dem Thema verhindert.
P.Hergenhahn
Zur Ausstellung Korrespondenzen 2002 und den akt.Arbeiten unter dem Arbeitstitel
Nachhallräume
Alles Gesehene, Gehörte, Erlebte klingt im Bewusstsein und Unterbewusstsein nach.
Farbige Steine springen, laufen über einen Bildträger (Leinwand, Papier, Polyesterfolie).
Dabei entstehende eigenwillige Spuren vernetzen, verweben sich miteinander, verdichten
sich und ziehen sich wieder auseinander, sie evozieren eine Ahnung von Tiefe.
Die Wahl des Trägermaterials und die Plazierung im Raum erwecken den Eindruck
von Schwerelosigkeit, die farbigen Spuren scheinen zu schweben. Schröger untersucht
in der gerade entstehenden Arbeitsphase den ontologischen Status der Zeit. Im
Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Vergangenheit vermitteln nur die Spuren.
Das Schwergewicht im Verhältnis zwischen Ursache und Wirkung wird bewusst auf
die Wirkung gelegt.Durch das Arbeiten mit dem Stein zeichnen sich auf der Leinwand
die verschiedenen Untergründe ab und es entstehen geometrische Felder oder Linien,
gewissermassen innere Gliederungen der Bildfläche. Diese intrinsische Bindung
der Bilder an den Ort ihrer Entstehung durchbricht das Raum-Zeit Kontiniuum und
zwingt den Betrachter, sich seiner eigenen Gegenwart zu stellen.Zur Zeit entstehen
Arbeiten auf Papier, Leinwand, sowie Installationen auf Polyesterfolie.Math.u.Philosoph.
P.Hergenhahn, Berlin
Zur Ausstellung Vestigium, 2001 galerie pinkgreen, Berlin
Archaische Formen, Ursprünglichkeit, immer wieder in Auflösung begriffene Formen.
Der abstrakte Gestus mit Farbe und Form stellt ihre persönlichen Empfindungen
dar; sie findet eine universal verständliche Bildsprache mit anthropologischen
Wurzeln, eine Spur, der sie folgt. In ihrer Abstraktion weicht die Künstlerin
nicht aus, verfolgt keine Flucht - Spur, sondern sucht nach Zusammenhängen, zeigt
eine Auseinandersetzung mit allgemeingültigen Prinzipien, die einhergehen mit
der Thematisierung der Subjektivität.
Sie zeigt einen modernen Individualismus, Spuren die auch als Wiederherstellung
einer Universalität, die über Klasse oder Nation hinausgeht, zu lesen ist. Sie
überdenkt den Ausdruckswert ihrer künstlerischen Form kontinuierlich; geht er
verloren, so findet sie auf ihren Spuren einen neuen, der im Augenblick seines
Vorkommens noch notwendig unbekannt ist - sie überschreitet damit jedes Mal aufs
neue Grenzen und ermöglicht dem Betrachter im Unbekannten ein Potential neuer
Seh - Zonen und einen immer neuen Perspektiven - Reichtum.Ausschn.
Kunsthistorikerin I.Ehlers, Berlin
Ausschnitt der Rede zur Eröffnung der Ausstellung Vestigium 1997 im Kunstverein
Heide
Bernadette Schröger lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Berlin, genauer im
Bezirk Prenzlauer Berg. Dieses anerkannt aufregend-ambivalente Ambiente mit seinem
spezifischen Eigenleben, das traditionell von Arbeitern, Künstlern, Schriftstellern
und Intellektuellen ebenso geprägt wird wie von einer "schrägen Kneipenscene",
hat Bernadette Schröger zu zeichenhaften Verbildlichungen angestachelt. Konfrontiert
mit der Großstadt Berlin, sozusagen mit der ehemaligen Reichhauptstadt, also mit
dem Zentrum der jüngeren deutschen Geschichte und belasteten Vergangenheit, fühlte
sie sich herausgefordert, damit umzugehen und künstlerisch zu bewältigen. Der
neue Status Berlins nach der politischen Wende spielt eher eine sekundäre Rolle.
Die im Stadtteil Prenzlauer Berg und im nicht weit entfernt gelegenen "Milieu-Vorhof"
des Scheunenviertels noch ablesbaren historischen Strukturen und Spuren lösen
unweigerlich Fragen und Reflexionen aus. Die abbröckelnden Fassaden, Narben und
Spuren der Zeitgeschichte, die jahrzehntelange exzessive Ausbeutung der alten
Substanz ohne Sanierung und Pflege, aber auch der nachwendliche Umbruch, die neuen
Eingriffe in das Viertel führten Bernadette Schröger zu ganz eigenen Imaginationen.
Sie nennt diesen Zyklus "Vestigium" - Fährtensuche, Nachspüren Schon das hohe,
fragende Steilformat der Leinwand - Bilder scheint einen harten, vertikalen Schnitt
in Tiefenschichten anzuzeigen. Steingrau, sandigocker materialisieren die Bilder
die trostlose Farbmonotonie der Häuserwände - der Fond für die künstlerischen
Projektionen. Nicht selten wird der Eindruck durch Verwendung von Sand verstärkt,
ein Erdton, der mit anderen bodennahen Tönen wie Graphit oder Asphalt korrespondiert.
Mit Leinöl angemischte, moderat farbige Pigmente akzentuieren die Spuren. Diese
werden in Zeichen und Symbol umgesetzt, bisweilen malerisch breitspurig, auslaufend
oder verlöschend im Grund, dann wieder farbflächig, abgegrenzt behandelt. Kurzum:
Fragmente. Fragmentarisch wird Geschichte in Gegenwart reflektiert. An einige
deutlich gesetzte Zeichen wie Rad oder Schiene lassen sich quälende Konnotationen
knüpfen.
Die Unaufhaltsamkeit der rollenden Räder auf den Schienen, auf denen Millionen
deutscher und europäischer Juden abtransportiert wurden. Rad und Schiene oder
auch Leiter tragen die Farbe der Trauer: schwarz. Auf der Ebene ihrer Zeichensprache
klagt die Künstlerin die Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, Verfolgung, Vernichtung
ein. Um so dringlicher und mahnender graben sich diese Spuren ein, als auf der
jetzigen Großbaustelle Berlin die geschichtlich geschlagenen Wunden im Stadtkörper
allmählich vernarben werden.In einer der Imaginationen mit dem Titel "Phönix"
ruft eine gekrümmte Leiter neben einer Farbform, die an einen Schädel denken lässt,
die Assoziation eines gebrochenen Rückgrats hervor. Das Bild des Menschen wurde
zertrümmert. Eine Hypothek in der Kunst nach 1945, die sich bekanntlich lange
Zeit auswirkte und Neuansätze in der bildenden Kunst kritisch fundierte. Darüber
hinaus versucht Bernadette Schröger, allgemeine Bedrohung durch Verlust, durch
Bewegung und Veränderung, durch Weiterdrehen wie in "Ventum" oder durch unheimliche
Erfindungen zur Vernichtung, fiktiv oder literarisch, wie z.B. in den Bildern
"Plan R" oder "Maelström", mit ihren Mitteln auszudrücken.Wir sehen die Künstlerin
einerseits auf geschichtlicher Spurensuche, die sich in ihren malerisch-symbolischen
Imaginationen vielfältig äußert. Auf der anderen Seite präsentiert Bernadette
Schröger andere farbige Arbeiten, die auf andere Weise Fragen menschlicher Existenz
anrühren. Etwa die 1991 entstandenen, in Gouache Technik bearbeiteten Collagen
auf Packpapier mit Titeln wie "Vogelkäfig", "Vogelfraß", oder "Kreuzigung".Des
Menschen Traum vom Fliegen und Freiheit in der Dialektik von Erdgebundenheit und
erlösendem Ende. Oder das sich ergänzende, farbkräftige Bildpaar von Leben und
Tod, Arbeiten von 1997, die Vibrationen und Spuren gegenwärtigen und beendeten
Lebens veranschaulichen bzw. erinnernd heraufbeschwören wollen. Mit einigen Beispielen
aus ihrem jüngsten Zyklus "Protuberanzen" in leuchtendem gelb und Orange, die
Titel wir "Lahmed" (ein hebräischer Buchstabe) oder "Terra X" tragen und semantische
Zeichen geben, führt sie uns eine weitere, eine denunziatorische Bedeutung der
symbolträchtigen Farbe Gelb vor Augen. Die positive Strahlkraft des Sonnengelbs
wird dialektisch gebrochen durch die Erinnerung an den einstigen Missbrauch als
Farbe der Verfolgten.
Zum folgenden Projekt "timelines" lade ich verschiedene Menschen ein, mit
mir ein Gespräch über Zeit und Ihren Erfahrungen damit, zu führen. Innerhalb des
Gesprächs kristallisieren sich bestimmte Sätze oder Begriffe heraus. Die jeweiligen
Gesprächspartner gestalten mit diesen Sätzen eine Leinwand, wobei dieser Vorgang
jeweils mit einer Fotoserie dokumentiert wird. Die Leinwände werden nach jedem
Gespräch lasierend übermalt und danach wieder verwendet.Das Gespräch dauert etwa
eine Stunde und wer Lust und Zeit hat bei einem Kaffee oder Tee etwas zu diesem
Projekt beizutragen ist herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich per e-mail
oder telefonisch.
Die Adresse, e-mail und Telefonnummer finden Sie unter Kontakt.
Projektbeschreibung timelines:
Aus einem Meer von Zeit ist immer nur ein kleiner Ausschnitt interessant. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erleben wir jeweils als Erinnerung / Spuren, Leben und Phantasie. Dazwischen gibt es gewisse Verbindungen und Regeln, nach denen gewisse Zustände in der Vergangenheit zu gewissen anderen Zuständen in der Gegenwart führen
Der Zeitbegriff in der Physik beinhaltete früher eine absolute Kontinuität. Auch wird von vielen Menschen diese Kontinuität immer noch dem Zeitbegriff zugeschrieben, obwohl sie selbst die Zeit oft nicht als kontinuierlich ablaufend erleben.
Heutige physikalische Theorien sprechen von Zeitquanten, kleinsten Zeiteinheiten und von einer Relativzeit, einer Abhängigkeit der Zeit von Beobachter und Gravitation. Danach verliefe Zeit in (winzigen) Sprüngen, und sie wäre nicht für alle Menschen gleich, was ein prinzipiell anderes Zeitverständnis bedeutet.
Forschungen in Physiologie / Psychologie untersuchen die Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns, manche Theorien sprechen auch hier von Informationsverarbeitung in kleinsten Schritten, so dass wir auch hier nicht mehr von einer Kontinuität sprechen können.
Zeit ist Veränderung, Veränderung ist Leben. Zeit bestimmt unser genzes Leben, von der Geburt bis zum Tod. Den Ort können wir verändern, nicht aber die Zeit, die schreitet unbarmherzig mehr oder minder gleichmäßig voran.
Diesen allgemein-menschlichen Schwierigkeiten und Fragen möchte ich in diesem
Projekt begegnen, indem ich im persönlichen Gespräch über die vielen Aspekte der
Zeit - physikalisch, psychologisch, soziologisch, geschichtlich, philosophisch,
politisch, biologisch,...,und das persönliche Erleben der Zeit mich einem intersubjektiven
Zeitbegriff nähere.
Aktuell Presse:
Wir laden Sie herzlich zu einem Besuch in unsere Räume des Kunst- und Kulturtransfer
e.V. in der Kulmer Strasse 28 ein.
Aus Anlass der "Magistrale“ Kulturnacht“ am 3. September 2005 möchten wir Arbeiten
der Künstlerin Bernadette Schröger präsentieren.
Der Titel der Ausstellung lautet: "timelines"
Es handelt sich um eine Präsentation mit Fotos und Malerei, die Ende des Jahres
voraussichtlich in New York und Peking vorgestellt wird.
Die Ausstellung ist zur Magistrale 2005 von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.
Kunst - und Kulturtransfer bürgerschaftlicher Verein (i.G), Kulmer Straße 28,
10783 Berlin, Kontaktmail: kuk-transfer@web.de
Mit freundlicher Unterstützung der WIR Wohnungsbaugesellschaft und des Quartiersmanagements
Schöneberger Norden
Kunsthistorikerin Dr. Bärbel Manitz, Kiel KuK Kunst und Kulturtransfer
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